Schrottplatz oder Autoskulpturenpark?

parken10Auf der Suche nach interessanten Objekten die es wert sind, dokumentarisch und fotografisch festgehalten zu werden, traten die „Digis“ von campus-digital-mainz eine ungewöhnliche Reise in die Vergangenheit an. Eigentlich wollten sie eine Fahrt ins Neandertal mit einem „Gastdigi“ machen, der übrigens den Hinweis für diese Fahrt gab, dann aber krankheitsbedingt absagen musste. Leider …

Die Reise in die Vergangenheit führte zu einem überaus interessanten Schrottplatz. Nicht zu irgendeinem Schrottplatz, die man auch in unserer Umgebung findet, sondern zu einem durchaus sehenswerten. Schon am Eingang ahnte man, was auf einem zukommen wird. Ein altes Feuerwehrauto der Freiwilligen Feuerwehr aus Ochsenfurt am Main war der erste „digitale-fotomäßige“ Augenschmaus.

Der Zahn der Zeit nagte bereits an dem Fahrzeug. Der Rost war nicht zu übersehen und die moosbedeckten Flächen zeigten dem Betrachter, dass dieses Fahrzeug schon längere Zeit an diesem Ort stand. Als sich dann das Tor öffnete und wir herzlich durch die Eigentümerin begrüßt wurden, gab es kein Halten mehr. Das „Fotografenauge“ wusste nicht mehr, wo es zuerst hinschauen sollte. In dem hügeligen Waldstück sah man Autos aus den fünfziger Jahren in mehr oder weniger „gutem Zustand“.

Jedes Digi-Mitglied war plötzlich mit sich und den Objekten alleine. Zwischen Bäumen eingeklemmt, als wären sie gegen einen Baum gefahren oder vor einem Teil der Berliner Mauer drapiert, waren die „nicht mehr fahrtüchtigen“ Fahrzeuge einfach magisch anziehend. Selbst für einen Laien war hier deutlich erkennbar, dass diese Fahrzeuge einfach keine Daseinsberechtigung aus Deutschlands Straßen mehr haben. Umso mehr fanden sie hier ein Zuhause. Verrostet, mit Moos begrünt, Reifen platt, Karosserie-teile fehlen, etc. etc. Wie schön kann Schrott sein. Der Autointeressierte konnte noch erkennen, um welche Fahrzeuge es sich aus den Fünfzigern handelt. Ob Porsche, VW mit geteilter Heckscheibe oder ein alter BMW, der an einer Rally Bavaria teilgenommen hat, man musste kein Autofetischist sein, um hier die den Auslöser der Fotokamera gedrückt zu halten. Ins Detail verliebt, konnte man in einem der Fahrzeuge sogar noch ein Autoradio finden. Oder der alte VW-Käfer mit dem alten VW-Logo auf der Fronthaube – der Wolf auf der Burg mit dem Fluss davor. Selbst in einem Fahrzeug hatte der Vorbesitzer wohl den Zündschlüssel stecken lassen.

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Auch Rolls Royce war vertreten. Nur Emily machte etwas Kopfzerbrechen. Schließlich kennen wir diese nur mit geschwungenen Flügeln auf der Motorhaube. Selbst Fahrzeuge aus der ehemaligen DDR waren vertreten, deren Markenzeichen heute noch in Form von Audi weiter fährt.

Detailverliebt, man kann dies nicht oft genug erwähnen, sah man Fahrzeuge oder das was noch übrig war, von LLOYD, Renault, Ford (Die tun was), Morris, Jaguar, Goggomobil, usw. Oder die vielen Kühlerfiguren, von denen viele der Automobilgeschichte angehören. Eine alte Zapfsäule von Shell, Leuchtreklame mit Autoreifen, alte Autokennzeichen von Frankreich über Deutschland und Großbritannien bis Kuba ergänzten die Autoshow im Autoskulpturenpark. Einfach cool.

Immer wieder kreisten die „Digis“ im Wald um die alten Fahrzeuge, die einem nach fast zwei Stunden ans Herz gewachsen waren. Jedenfalls kann man sie immer wieder anschauen und entdeckt immer wieder etwas „neues Altes“. Einfach ein Erlebnis, dass man nicht missen möchte. So passte einfach alles: ein strahlender Herbsttag, dass bunt gemischte Laub, ein Jahr das zu Ende geht und die „alten Autos“, die sicherlich viel über die Jahre erzählen könnten. Schweren Herzens wurde dann auch leider nach fast zwei Stunden das Gelände verlassen. Die Oldies aus den fünfziger Jahren „leben“ so weiter vor sich hin. Und die Aufnahmen der „Digis“, schließlich machte jeder von ihnen ca. 350 Stück, werden zwar noch überarbeitet, aber das was dann noch übrig bleibt wird immer sehenswert sein.

campus-digital-mainz.de  und ein nicht alltägliches Reiseziel im Neandertal
Ein Bericht von Jürgen Hofmann, Mainz, den 24.10. 2016

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