Vom hässlichen Entlein zum schönen Schwan

Scrambler, Bobber, CaféRacer, eines haben die stylischen Umbauten einstmals braver Motorräder gemeinsam: Ballast abwerfen! Alles was nicht unbedingt gebraucht wird kommt weg. Klobige Luftfilterkästen, hässliche Verkleidungsteile, ausladende Gepäckträger, wulstige Batteriekästen und Auspuffendtöpfe. Weg damit. „Reduce to the Max“, so lautet das Schlagwort diesen Trends, der sich längst aus der Nische befreit und – zumindest in wachsenden Fankreisen – mehrheitsfähig geworden ist.

Unlängst habe ich ein äußerst gelungenes Paradebeispiel in Düsseldorf erspäht. Ich war beruflich bei einer Kreativagentur und schon der erst Blick auf die ehemalige BMW R80RT verriet mir: hier bist Du richtig. Der Eigentümer verriet mir, dass er bereits am nächsten Projekt arbeitet: einer Yamaha SR 500, die er vor der Schrottpresse gerettet hat. Ganz im Geiste von sleeping-beauties.de wird hier altes Blech zu neuem, stylischen Leben erweckt. wunderbar!

Die Kunst des Entschlackens besteht darin, alles TÜV-konform hinzukriegen. Da stößt man bei Radschutzblechen natürlich an Grenzen, aber es gibt für alles eine Lösung. „Free Willi“ lautet die Devise, so darf die R80RT jetzt freier atmen als jemals zuvor und auch am anderen Ende des Verbrennungsvorgangs helfen Walzwerk-Töpfe für sound und serenity. Und so reitet Oliver Lehnen leichtfüßig und gelassen dem Sonnenuntergang entgegen. Heißsporne der Plastikgeneration können ihm nichts anhaben. Sein Scrambler ist und bleibt erhaben. Er hat aus dem hässlichen Entlein R80RT einen wunderschönen Schwan kreiert.

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